Der Roman „Die Stadt ohne Zeit“ entstand aus einer Prämisse, die mich nicht mehr losgelassen hat: Was wäre, wenn in der Zukunft die Implementierung eines menschlichen Bewusstseins in eine künstliche Intelligenz möglich wäre? Und was passiert, wenn man dabei versucht, die „störenden“ Gefühle und Empfindungen des biologischen Menschen einfach auszumerzen?
 
Monate nach Beginn der Arbeit an dem Manuskript holte mich die Forschung ein. Bescheidene Anfänge, deren Ausgang noch ungewiss ist. Es handelt sich dabei um die Arbeit von ION Systems, die das Gehirn einer Fruchtfliege vollständig digitalisiert und in einem virtuellen Körper zum „Leben“ erweckt haben – ganz ohne Programmierung oder KI-Training, rein durch die Architektur des Gehirns.
 
 
Der Roman selbst ist ein literarisches Experiment, nicht anders als meine bisherigen Versuche, meine Gedanken auf Papier zu bringen. Erzählerisch habe ich mich diesmal der Herausforderung gestellt, zwei Zeitlinien kontinuierlich anzunähern, um sie letztendlich miteinander zu verschmelzen (die Gegenwart auf der fernen Kolonie Trappist Sieben und die Vergangenheit auf dem Mond).
 
Zentrale Punkte der Geschichte sind die aktuellen Bemühungen, die Ressourcen des Mondes auszubeuten, die zukünftige Rolle von Androiden in unserer Gesellschaft – und nicht zuletzt das zentrale Thema, das uns überhaupt erst human macht: die Liebe.