Tastsinn bei Robotern

„Ouu … hout …. outl“.
„Was ist hier los? Was brabbelt der da?“ Supavisor Stimme klingt genervt.
„Er denkt, er befindet sich in einem Hotel.“
„Zwei Fehler!“ reagiert die genervte Stimme. „Er denkt, er denkt. Seit wann kann es denken? Hotel, ein sich außerhalb seines Grundwortschatzes befindliches Wort. Verboooten.“ Die Stimme verändert ihren Ton, klingt wie Musik.
Sieben erlaubt sich zu reagieren.
„Sie klingen reichlich schräg“.
Supavisor wendet den Blick von Probnd, der mittlerweile bei „houtel“ angekommen ist, und fixiert Sieben mit Schärfe.
„Kann ich das auch haben?“ Sieben hebt sieben Finger von der einzigen Tastatur im Raum und schmachtet Supavisor an.
„Was jetzt wieder? Aus! Kann er uns sehen?“
„Nope. Stockfinster.“
„Aber hören?“
„Alles aus. Es ist SOZUSAGEN auf Stand-by.“

Hier unterbricht das Protokoll die Aufzeichnung und versucht sich an einer Erklärung, warum Sieben SOZUSAGEN so betonte.
„Also, ich fasse zusammen. Hotelzimmer, dunkel, das Quietschen der Bettfedern aus dem Nachbarzimmer dringt nicht zu ihm durch. Darf ich annehmen, dass er sein Handy sucht?“
Aus einem unsichtbaren Lautsprecher klinkt sich Bossmo ein. Er ist schnell fertig, nur ein Wort.
„Stand-by!“
Supavisor nimmt es gelassen und kontert.
„Wie kommt es auf (er senkt die Stimme) ein Hotel?“
Sieben schweigt, während die Ethik sich einschaltet und aus weiter Ferne verrät.
„Sieeben hat ihm einen Song vorgesungen.“
Sieben und Supavisor entscheiden für Blickkontakt.
„Eagles?“
Sieben macht eine täuschend echte Kopfbewegung. Dann bläht es die Brust und intoniert: „Es war dunkel. Dunkel und kalt. Und windig. Und es stank nach Colitas. Irgendwann kam dann dieses Licht.“
Supavisor hebt die Hände an den Kopf und beginnt zu tanzen. Alle erstarren.
„Sollen wir weitermachen?“
„Wir machen? Was machen wir denn? Egal. Sollen wir ihn ins Bad schicken?“
„Sag ich doch!“
„Wer war das?“

Das Protokoll weist hier eine Lücke auf. Danach ist Bossmo abgeklemmt und Ethik hat sich physikalisch im Raum materialisiert, kommt aber nicht mehr zu Wort.
„Fehler!“ Supavisor hebt triumphierend beide Arme zur Decke.
„Was jetzt?“, erlaubt sich Sieben.
Von irgendwo her ertönt das Zurückspulen eines Kassettenrecorders und lo-fi wird wiederholt:
„Aber hören?“
„Alles aus. Es ist SOZUSAGEN auf Stand-by.“
„Scheiß auf Ethik, Scheiß auf Physik, aber wie kann es dich (Sieben) hören, wenn Stand-by?“
Sieben beginnt wieder aus voller Brust zu singen. Es klingt merkwürdig. Dabei verrenkt er das Kinn. Seine Hände liegen flach auf dem Tisch. Das Kinn, immer wieder senkt sich sein Kinn, bis Supavisor endlich kapiert. Er findet das mit dem Kinn gut und streckt es den auf der Metalltischplatte abgelegten Händen von Probnd entgegen.
Dann, unisono mit Sieben: „Er benutzt seinen Tastsinn!“
Im Protokoll folgen einige Bemerkungen über Schallwellen und dadurch ausgelöste Schwingungen. Später erfahren wir, das durch die Frage/Antwort Sequenz: „Wonach riecht Sperma?“ Erforderliche Antwort des Probanden: „Ananas!“ eine Notabschaltung versucht wurde.

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